Das Bergische Heimatlied
Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt,
Die Berge hoch ragen, der Amboß erklingt,
Wo die Quelle noch rinnet aus moosigem Stein,
Die Bächlein noch murmeln im blumigen Hain,
Wo im Schatten der Eiche die Wiege mir stand:
Da ist meine Heimat, mein bergisches Land.
Wo die Schwerter man schmiedet dem Lande zur Wehr,
Wo´s singet und klinget dem Höchsten zur Ehr´,
Wo das Echo der Lieder am Felsen sich bricht,
Der Finke laut schmettert im sonnigen Licht;
Wo der Handschlag noch gilt als das heiligste Pfand:
Da ist meine Heimat, mein bergisches Land.
Wo die Wupper wild woget auf steinigtem Weg,
An Klippen und Klüften sich windet der Steg,
Wo der rauchende Schlot und der Räder Gebraus,
Die flammende Esse, der Hämmer Gesaus´
Verkünden und rühmen die fleißige Hand:
Da ist meine Heimat, mein bergisches Land.
Wo so wunderbar wonnig der Morgen erwacht,
Im blühenden Tale das Dörfchen mir lacht,
Wo die Mägdelein so wahr und so treu und so gut,
Ihr Auge so sonnig, so feurig ihr Blut,
Wo noch Liebe und Treue die Herzen verband:
Da ist meine Heimat, mein bergisches Land.
Keine Rebe wohl ranket am felsigten Hang,
Kein mächtiger Strom fließt die Täler entlang;
Doch die Wälder, sie rauschen so heimlich und traut,
Ob grünenden Bergen der Himmel sich blaut.
Drum bin ich auch weit an dem fernesten Strand:
Schlägt mein Herz der Heimat, dem Bergischen Land.
Wo den Hammer man schwinget, mit trotziger Kraft,
da schwingt man die Schwerter auch heldenhaft,
wenn das Vaterland ruft, wenn das Kriegswetter braust,
hebt kühn sich zum Streite die bergische Faust,
dem Freunde zum Schutze, dem Feinde zur Schand,
mit Gott für den Kaiser, für´s Bergische Land! *

* Die letzte Strophe wird allgemein weggelassen, ich führe sie hier auch nur der Vollständigkeit halber mit auf.

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